AOK-Cerealienstudie: Die meisten Frühstücksflocken sind überzuckert

Müsli und Beeren
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Sie versprechen ein gesundes Frühstück mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen: Frühstücks-Cerealien wenden sich oft speziell an Kinder bzw. an deren Eltern. Die glauben häufig, ihrem Nachwuchs mit den Flocken auf Getreidebasis etwas Gutes zu tun. Die AOK hat nun in einer groß angelegten Studie gemeinsam mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 1.400 Frühstücks-Cerealien genauer untersucht, darunter neben Cornflakes auch Müslis und ähnliche Produkte. Das Ergebnis: 73 Prozent der gekauften Cerealien überschreiten den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Zuckergehalt.

99 Prozent der Kinder-Cerealien enthalten mehr Zucker als empfohlen

15 Gramm Zucker pro 100 Gramm Frühstücksflocken – so lautet die Empfehlung der WHO. Der Großteil aller Frühstücksflocken und Müslis liegt deutlich darüber. Unter den speziell an Kinder gerichteten Cerealien überschreiten sogar 99 Prozent diesen Wert. Der durchschnittliche Zuckergehalt in den Kinder-Cerealien liegt bei 27 Gramm pro 100 Gramm und ist damit fast doppelt so hoch wie die Empfehlung der WHO.

Das süßeste Produkt im Test sind Kellogg’s Smacks. Sie bringen es auf einen Zuckergehalt von 43 Prozent. Nur wenig gesüßt sind dagegen viele Basis-Müslimischungen und ungezuckerte Cornflakes. Unter den Cerealien mit dem geringsten Zuckergehalt finden sich zudem viele Bio-Produkte.

Familien und junge Verbraucher kaufen besonders viele stark gesüßte Cerealien

Die Studie untersuchte auch das Kaufverhalten von 30.000 Haushalten. Die Autoren interessierte dabei, welche Frühstücksflocken in den Einkaufswagen der Verbraucher landen. Insgesamt kaufen demnach 61 Prozent der Haushalte Frühstücksflocken. Vor allem Familien greifen gerne zu den Cerealien, sie machen 31 Prozent der Käufermenge aus und kaufen 45 Prozent aller Getreideflocken. Die sehr süßen Kinder-Cerealien machen 39 Prozent dieser Menge aus. Lesen Sie auch: Achtung, Werbesprache!

Die Studie zeigt auch, dass die Kaufentscheidung von der sozialen Schicht abhängt: Mit steigender sozialer Schicht nimmt der Anteil an stark gesüßten Kinder-Cerealien unter den gekauften Produkten deutlich ab. Auch das Alter hat einen Einfluss auf das Kaufverhalten. Junge Verbraucher unter 30 Jahre entscheiden sich besonders häufig für Frühstücks-Cerealien mit einem Zuckergehalt von über 15 Prozent. Bei den Über-70-jährigen kaufen dagegen nur elf Prozent die stark gesüßten Produkte.
Die komplette Studie kann kostenfrei hier heruntergeladen werden.
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