Öko-Test hat Selbstbräuner getestet

Frauen im Bikini
Foto: © yanlev

In diesem Sommer hat sich die Sonne ja eher selten blicken lassen. Wer dennoch einen knackig braunen Teint vorweisen möchte, muss entweder in südlichere Gefilde reisen, ins Solarium gehen – oder greift zur Bräune aus der Tube. Im Gegensatz zu UV-A und UV-B-Strahlen ist Selbstbräuner immerhin unbedenklich für die Haut – oder etwa nicht? Öko-Test hat den Test gemacht.

Warum bräunen Selbstbräuner eigentlich?

Auf welche Weise sorgt Selbstbräuner eigentlich für braune Haut? Die Bräune aus der Tube basiert auf Zuckermolekülen. Viele gängige Cremes setzen auf DHA in Konzentrationen von drei bis fünf Prozent – bis zu zehn Prozent gelten als gesundheitlich unbedenklich. Andere Cremes verwenden die Zuckerform Erythrulose, die langsamer, aber dafür langanhaltender bräunt als DHA. Erythrulose kommt in Pflanzen und Flechten vor, DHA stammt meist aus Glycerin. Werden die Cremes auf die Haut aufgetragen, reagieren die Zuckermoleküle mit dem im Schweiß und der obersten Hornhautschicht enthaltenen Eiweiß. Es bilden sich Melanoide, die Pigmente, die für die Bräunung der Haut verantwortlich sind.

Mit dem Zuckerstoff DHA gibt es allerdings ein Problem. Zerfällt der Zucker durch Wärmeeinwirkung oder lange Lagerung, bildet sich Formaldehyd. Dies stuft die EU seit 2015 als krebsverdächtig ein. Formaldehyd in Reinform ist daher in Kosmetik seit 2016 verboten. Das Verbot greift jedoch nicht, wenn sich das Formaldehyd aus anderen Inhaltsstoffen bildet.

Formaldehyd in fast allen getesteten Produkten

Formaldehyd fand Öko-Test nun auch in den meisten der 19 getesteten Selbstbräunern. 14 der Produkte werteten die Tester aufgrund erhöhter Mengen ab. Das zweitteuerste Produkt im Test, das Collistar Magic Face Drops for Men, wies sogar die höchste Konzentration an Formaldehyd auf. Selbst in Naturkosmetik wurde der bedenkliche Stoff gefunden.

Nur zwei der Selbstbräuner erhielten schließlich die Note „Sehr gut“. Einmal vergab Öko-Test das Urteil „befriedigend“, einmal „ausreichend“. Sieben Selbstbräuner waren nur „mangelhaft“, acht sogar „ungenügend“. Nur zehn der getesteten Produkte weisen ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf, das den Verbrauchern Orientierung bietet.

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