Zuckerkonsum: Das bringt die britische Limo-Steuer

Limonaden im Sommer
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Seit 2018 gilt in Großbritannien eine sogenannte Limo-Steuer. Hersteller, die ihren Getränken mehr als fünf Gramm Zucker je 100 ml zusetzen, müssen Abgaben zahlen. Bei mehr als acht Gramm Zucker auf 100 ml wird eine höhere Abgabe fällig. Mit dieser Maßnahme wollte die britische Regierung den Zuckerkonsum der Verbraucher senken. Im Durchschnitt nehmen Briten nämlich mehr als die doppelte empfohlene Tagesmenge an Zucker zu sich. Bei Kindern liegt der Zuckerkonsum sogar bei fast dem Dreifachen der empfohlenen Höchstmenge. Und die Limo-Steuer wirkt. Das zeigt eine aktuelle Studie der Oxford Universität.

Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken ist gesunken

Die umfassende Marktanalyse zeigt, dass Erfrischungsgetränke im Jahr 2019 wesentlich weniger Zucker enthalten als noch vier Jahre zuvor. Kamen typische Softdrinks im Jahr 2015 noch auf 4,4 Gramm Zucker pro 100 ml, waren es 2019 nur noch 2,9 Gramm. Das entspricht einem Rückgang von etwa 35 Prozent.

Bereits zur Einführung der Limo-Steuer 2018 senkte Coca-Cola, britischer Marktführer unter den Getränkeherstellern, den Zuckergehalt des Softdrinks Fanta von 6,9 auf 4,6 Gramm je 100 ml. Im Softdrink Sprite wurde der Zuckergehalt von 6,6 auf 3,3 Gramm gesenkt. Zum Vergleich: In Deutschland enthält Fanta immer noch mehr als 9 Gramm, Sprite mehr als 8 Gramm Zucker auf 100 ml.

Pro-Kopf-Verbrauch stark zuckerhaltiger Getränke ging zurück

Zusammen mit dem Zuckergehalt der Limos sank in Großbritannien auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker über Getränken um 30 Prozent. Der Absatz von mittelstark und stark gezuckerten Getränken ging laut der Oxford-Studie um rund 50 Prozent zurück. Der Absatz von zuckerfreien und zuckerarmen Getränken stieg im gleichen Zeitraum um 40 Prozent an.

Auch in anderen Ländern gibt es mittlerweile steuerliche Anreize für Unternehmen, den Zucker- und Fettgehalt ihrer Lebensmittel zu senken. Deutschland setzt dagegen auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie. Die brachten jedoch bislang wenig Veränderung. Einer foodwatch-Markstudie aus dem Jahr 2018 zufolge hat sich der Zuckergehalt von Getränken hierzulande seit 2016 kaum verändert. 58 Prozent der untersuchten Getränke enthielten mehr als 5 Gramm Zucker auf 100 ml. Das entspricht mehr als vier Zuckerwürfeln pro 250 ml-Glas. Im Jahr 2016 waren es 59 Prozent der untersuchten Getränke.
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