Studie: Die Mehrheit aller Haushalte beschäftigt ihre Putzhilfe schwarz

Warum man die Putzhilfe anmelden sollte

Frau beim putzen
Foto: © snaptitude

Rund 3,3 Millionen Haushalte in Deutschland beschäftigten im Jahr 2017 eine Reinigungshilfe. Die überwiegende Mehrheit, knapp 2,9 Millionen Haushalte, ließ ihre Putzkraft allerdings schwarz arbeiten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln kürzlich veröffentlichte.

Die meisten Haushaltshilfen arbeiten schwarz

Rund acht Prozent aller deutschen Haushalte nehmen die Dienste einer Reinigungskraft in Anspruch. Wer eine Putzhilfe beschäftigt, muss diese eigentlich bei der Minijobzentrale anmelden. Das funktioniert mittlerweile recht einfach online. Zudem lässt sich die Unterstützung beim Putzen als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Beide Punkte sollen es eigentlich attraktiver machen, das Beschäftigungsverhältnis zu legalisieren. Tatsächlich ging der Anteil der Schwarzarbeit von 93 Prozent im Jahr 2005 auf 88,5 Prozent im Jahr 2017 zurück – ist damit aber immer noch sehr hoch. Das IW erwartet, dass sich der Anteil auch für die Folgejahre 2018 und 2019 kaum verändert.

Angemeldetes Arbeitsverhältnis ist für Putzhilfen wenig attraktiv

Woran liegt es nun, dass so viele Haushalte auf die Anmeldung ihrer Reinigungskraft verzichten, obwohl sie davon Vorteile hätten? Vor allem sind es die Reinigungskräfte selbst, die häufig nicht möchten, dass das Arbeitsverhältnis angemeldet wird. Viele Putzhilfen sind über die Krankenversicherung ihres Ehepartners versichert und würden selbst mit ihrem Verdienst nicht über die Mindesteinzahlung in die Rentenkasse hinauskommen. Die Anmeldung des Minijobs hat für sie also keine Vorzüge. Bei vielen Auftraggebern hat sich dagegen noch nicht das Bewusstsein durchgesetzt, dass sie durch die Beschäftigung einer Haushaltshilfe zum ganz normalen Arbeitgeber werden und in der Verantwortung stehen, ihre Arbeitskraft anzumelden.

Risiko für Auftraggeber

Es besteht zwar nur ein geringes Risiko, als Auftraggeber von Schwarzarbeit erwischt zu werden. Erleidet die Haushaltshilfe jedoch einen Unfall, kann es für ihren Auftraggeber teuer werden. Verletzt sich die Haushaltshilfe so schwer, dass sie medizinisch behandelt werden muss, muss der Arzt dies der Unfallversicherung melden. Der Auftraggeber kann dazu verpflichtet werden, die Behandlungs- und Reha-Kosten zu übernehmen. Fliegt das Schwarzarbeitsverhältnis auf, droht zudem ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro.
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