Streit um den Schulkakao

Subventionen für Schulmilch

Zeitung auf einem Tisch Foto: © Zerbor

Schule kann ganz schön anstrengend sein. Damit die grauen Zellen gut funktionieren, ist ein gesundes Pausenbrot unerlässlich. Aus Ansicht vieler Erwachsener gehört auch die Schulmilch dazu. Milch soll Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine liefern. Als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung soll die Schulmilch das Wachstum und die Entwicklung fördern. Aus diesem Gedanken heraus subventioniert die Europäische Union Milchprodukte, die in Kitas und Schulen angeboten werden. Auch die Bundesregierung und die Länder setzen sich dafür ein, subventionierte Milchprodukte anzubieten.

EU streicht Förderung gezuckerter Milchmischgetränke

Wer die gewöhnliche Schulmilch kennt, weiß aber auch: Statt reiner Kuhmilch gibt es oft Kakao, Vanille- oder Erdbeermilch. Darin stecken nicht nur gesunde Nährstoffe, sondern vor allem reichlich Zucker. Der ist nun alles andere als gesund. Im Jahr 2017 kamen daher aus Brüssel neue Vorgaben, die EU strich die Förderung von gezuckerten Milchgetränken. Alles im Sinne der gesunden Ernährung von Kindern.

Nur erlaubt die EU-Vorgabe eine Ausnahme auf Grundlage nationaler Regelungen. Auf die berufen sich vier Bundesländer, die weiterhin gezuckerte Milchprodukte subventioniert anbieten wollen: Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die Begründung der Bundesländer: Kakao und gezuckerte Milchmischgetränke seien erforderlich, um das Angebot für Schulen und Lieferanten attraktiv zu halten. Würde man nur noch reine Milch anbieten, zögen sich die Lieferanten zurück. Die Kinder würden zudem statt reiner Milch lieber Cola oder andere Softdrinks trinken, die noch mehr Zucker enthalten. Kakao sei also das kleinere Übel.

Hessischer Bauernverband fordert weiteres Angebot von Schulkakao

Die Verbraucherorganisation Foodwatch ließ sich auf diese Argumentation nicht ein. Nach Protesten lenkte zumindest Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Die Grünen) ein. Mitte August fiel der Beschluss, an Hessens Schulen keinen durch das EU-Programm subventionierten Kakao mehr anzubieten. Das allerdings passt dem hessischen Bauernverband überhaupt nicht. Bauernverbandpräsident Karsten Schmal hält es für ausgeschlossen, dass Kinder statt Kakao reine Milch oder Wasser trinken würden. Die Entscheidung der Landwirtschaftsministerin sei daher kontraproduktiv.
Foodwatch fordert derweil in einer Petition auch von Berlin, Brandenburg und NRW, auf das Angebot subventionierter gezuckerter Milchmischgetränke zu verzichten.

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