Reise stornieren aufgrund Coronavirus: In vielen Fällen kostenlos möglich

Zeitung mit Verbrauchertipps
Foto: © Zerbor

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hat Deutschland eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Der Grenzverkehr zu Dänemark, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Luxemburg wurde stark eingeschränkt. Einzelne Länder haben zudem weitreichende Einreisebeschränkungen erlassen. Das ist schade für alle, die sich auf ihren Jahresurlaub gefreut haben. Für Urlauber, die ihre Reise nicht antreten können, haben die Reisewarnungen und Beschränkungen jedoch einen Vorteil: Sie haben nun gute Chancen, ihr Geld zurückzuerhalten.

Kostenfreie Stornierung kurz bevorstehender Pauschalreisen möglich

Laut dem Verbraucherzentrale Bundesverband hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung unter anderem erlassen, da eine solche Warnung die kostenfreie Stornierung einer Pauschalreise ermöglicht. Wer jetzt seinen kurz bevorstehenden Pauschalurlaub stornieren möchte, kann das nun kostenfrei tun. Bei Reisen, die erst in einigen Wochen oder gar Monaten anstehen, ist eine kostenfreie Stornierung jedoch noch nicht möglich. Ob zum Zeitpunkt der Reise weiterhin ein unabwendbares, außergewöhnliches Risiko besteht, wie es jetzt der Fall ist, steht noch in Frage.

Wer jetzt seinen Sommerurlaub storniert und dafür Stornogebühren zahlt, kann diese aber unter Umständen später zurückerhalten. Nämlich dann, wenn zum Zeitpunkt der geplanten Reise immer noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts vorliegt – oder ein vergleichbares Indiz für einen unabwendbaren, außergewöhnlichen Zustand.

Einzeln gebuchte Leistungen müssen unter Umständen nicht bezahlt werden

Wie verhält es sich, wenn man sein Reiseziel aufgrund des eingeschränkten Grenzverkehrs nicht mehr erreicht? Oder seine in Deutschland gebuchte Unterkunft aufgrund der geltenden Einschränkungen nicht mehr nutzen kann? Der Ansicht der Verbraucherzentrale nach müssen Verbraucher auch in diesem Fall einzeln gebuchte Leistungen wie etwa Hotels nicht bezahlen. Das gelte zumindest dann, wenn diese Leistungen nach deutschem Recht gebucht wurden. Haben Verbraucher direkt beim Anbieter im Ausland gebucht, gilt das Recht des jeweiligen Landes, das von deutschen Bestimmungen abweichen kann.

Mehr zum Thema:
Coronavirus – Diese Vorräte sind sinnvoll
Hände waschen zum Schutz vor dem Coronavirus