Öko-Test: Orangen aus konventionellem Anbau mit Pestiziden belastet

Orangen im Test

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Insbesondere in den Wintermonaten sind Zitrusfrüchte beliebte Vitamin-Spender. Während der Erkältungssaison versucht so mancher, sich mit dem Verzehr frischer Früchte einen lästigen Schnupfen vom Hals zu halten. (Hausmittel bei Erkältung) Immerhin decken zwei Orangen den Tagesbedarf an Vitamin C. Weniger angenehm ist die Vorstellung, zusammen mit den gesunden Vitaminen auch schädliche Pestizide aufzunehmen. Wie stark Orangen mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind, hat Öko-Test für die aktuelle Ausgabe des Verbrauchermagazins getestet.

Pestizidrückstände in zahlreichen Orangenproben festgestellt

Die Tester haben 25 abgepackte Orangen aus verschiedenen Herkunftsländern gekauft und im Labor auf 600 unterschiedliche Pestizide untersuchen lassen. Außerdem haben sich die Verbraucherschützer angesehen, unter welchen Bedingungen die Zitrusfrüchte angebaut und geerntet werden.

In allen Orangen aus konventionellem Anbau stellte Öko-Test Pestizidrückstände fest. In einigen Fällen war die Belastung so gering, dass für die Früchte dennoch die Note „gut“ vergeben werden konnte. Drei Orangen-Proben enthielten jedoch so viele Pestizidrückstände, dass Öko-Test sie als bedenklich einstufte: Die Orangen von Penny waren gleich mit fünf unterschiedlichen Pestiziden belastet, darunter drei, die als „sehr bedenklich“ gelten. Außerdem fanden sich im Labor Rückstände des Fungizids Imazalil, das als krebsverdächtig gilt. Auch in den Orangen von Valensina wiesen die Tester das Fungizid nach, ebenso wie Rückstände von vier Pestiziden. Die Orangen eines spanischen Direktversenders stufte Öko-Test als nicht verkehrsfähig ein. Sie enthielten zwei Pestizide, deren Rückstände den gesetzlichen Grenzwert überschritten, darunter sogar einen in der EU verbotenen Stoff.

Wesentlich besser schnitten die acht getesteten Proben von Bio-Orangen ab. Sechs Marken erhielten die Note „sehr gut“, darunter die Navelina-Orangen von Rewe und die Bio-Orangen von Edeka. Die beiden anderen Bio-Produkte bekamen die Note „gut“.

Arbeitsbedingungen in der Kritik

Biologischer Anbau geht allerdings nicht immer mit fairen Arbeitsbedingungen auf den Orangen-Plantagen einher. Das stellte Öko-Test bei einer Überprüfung der Audit-Berichte der getesteten Unternehmen fest. In jedem zweiten Bericht entdeckten die Tester Auffälligkeiten. Arbeiter wurden nicht ausreichend über ihre Rechte informiert, bekamen Überstunden nicht vergütet oder die Arbeitsverträge entsprachen nicht den gesetzlichen Anforderungen. Keine Beanstandungen hatten die Tester bei den Bio-Orangen von Rewe und Tegut.
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