Welchen Nachhaltigkeitssiegeln können Verbraucher vertrauen?

Test von Nachhaltigkeitssiegeln

Schriftzug Öko? Logisch!
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Faire Bezahlung für gute Arbeit – die sollen möglichst alle Menschen erhalten, überall auf der Welt. Im Supermarkt achten daher viele Verbraucher auf Siegel, die Produkte aus nachhaltigem Handel kennzeichnen sollen. Die Siegel heißen Fairtrade, UTZ oder Naturland Fair und suggerieren den Käufern, die Welt ein wenig gerechter zu machen. Doch können Verbraucher diesen Siegeln auch wirklich vertrauen? Das hat die Stiftung Warentest für die aktuelle Ausgabe ihres Test-Magazins getestet.

Naturland Fair, Fairtrade und Hand in Hand liegen vorn

Die Tester nahmen sich das bekannte Faitraide Siegel und fünf weitere Nachhaltigkeitssiegel vor: GEPA fair+, Naturland Fair, Rainforest Allience Certified und Utz Certified, ebenso wie Hand in Hand, ein Logo von Rapunzel.

Die Organisationen, welche die Siegel vergeben, unterscheiden sich ein wenig bei ihren Zielsetzungen. Die Rainforest Allience möchte vor allem nachhaltigen Anbau fördern, sie garantiert keine Mindestpreise auf die Rohware. Das bekannte Faitrade Siegel weist dagegen eine hohe Aussagekraft auf: Die Anforderungen an Produzenten sind hoch, ihre Einhaltung wird streng geprüft. Ökologische Kriterien prüft Fairtrade dagegen nicht. Die Produkte stammen also aus fairem Handel, sind aber nicht zwangsläufig Bio.

Anders sieht es bei Naturland Fair aus. Das Siegel beurteilt Stiftung Warentest ebenfalls als vertrauenswürdig und aussagekräftig. Der Bio-Anbauverband Naturland stellt außerdem hohe Anforderungen an ökologischen Landbau. Die Naturkost-Firma Rapunzel vergibt das Label Hand in Hand und kennzeichnet fair gehandelte Produkte aus Bio-Anbau. Das Siegel ist allerdings nur gering verbreitet.

Weniger aussagekräftig: UTZ Certified

Das UTZ Certified Siegel kennzeichnet Kaffee, Kakao und Tee und gehört zu den weltweit verbreitetsten Siegeln. Die Aussagekraft stuft Stiftung Warentest jedoch eher als gering ein. Mindestpreise für Produzenten gibt es nicht, sie erhalten zwar eine Prämie, deren Höhe ist aber nicht festgelegt. Auch Gentechnik im Anbau schließt UTZ nicht aus. Dafür arbeitet die Organisation transparent.

Kein wirkliches Nachhaltigkeitssiegel, aber dennoch aussagekräftig, ist die GEPA fair+ Kennzeichnung. GEPA arbeitet nach den Standards anderer Organisationen wie Fairtrade, stellt aber teilweise höhere Anforderungen an ökologischen Landbau. Laut Stiftung Warentest sind Produkte mit diesem Label daher empfehlenswert.

Zum kompletten Test geht es hier.

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