Schottischer Mindestpreis für Alkohol: Auch ein Vorbild für Deutschland?

Alkohol wird teurer

Verschiedene Biere

Schottland hat zum 1. Mai 2018 einen Mindestpreis für Alkohol eingeführt. Der gilt für alle alkoholischen Getränke, vom Wein bis zum Whiskey. Ärzte und Suchtexperten begrüßen die Entscheidung. Einige Experten fordern, einen ähnlichen Mindestpreis auch in Deutschland einzuführen.

Mindestens 50 Pence für 10 Milliliter reinen Alkohol

Zehn Milliliter reiner Alkohol müssen in Schottland nun mindestens 50 Pence kosten, das sind umgerechnet 57 Cent. Der Einführung des Mindestpreises ging ein jahrelanger Rechstreit voraus. Im vergangenen November erlaubte der Oberste Gerichtshof die Einführung. Der Berufung durch die Scotch Whisky Association wurde nicht stattgegeben.

Der Mindestpreis soll die Verbraucher dazu verleiten, weniger Alkohol zu trinken. Das ist natürlich nicht im Interesse der Industrie, soll allerdings die Zahl der Süchtigen und Alkoholtoten reduzieren. Die Maßnahme trifft vor allem billige alkoholische Getränke, die jetzt im Verhältnis deutlich teurer werden. Bei hochwertigem und hochpreisigem schottischen Whisky fällt der Mindestpreis nicht so schwer ins Gewicht.

Ist die schottische Lösung auch etwas für Deutschland?

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon geht davon aus, dass andere Länder dem Beispiel folgen werden. Irland und Wales seien sehr interessiert. Auch in Deutschland halten viele Suchtexperten und Ärzte einen Mindestpreis für Alkohol für eine wirkungsvolle Methode der Suchtprävention. Krankenkassen wie die AOK sprechen sich ebenfalls für die Einführung eines Mindestpreises aus.

Dass derartige Maßnahmen tatsächlich Erfolge zeigen können, habe laut Experten bereits die Einführung der Steuer auf Alkopops vor 14 Jahren gezeigt. Seitdem ist der Konsum der vor allem bei Jugendlichen beliebten süßen Getränke deutlich zurückgegangen. Die Drogenbeauftragte der Deutschen Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber der schottischen Lösung. Suchtprävention sei nicht nur Sache der Politik. Eher müsse man gemeinsam mit der Industrie nach passenden Lösungen für Deutschland suchen.
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