Lebensmittel-Ampel: Entscheidung für den Nutri-Score gefallen

Der Nutri-Score kommt - ist aber nicht verpflichtend

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Die Entscheidung für eine Lebensmittel-Kennzeichnung ist gefallen: Am Montag kündigte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) auf einer Pressekonferenz an, den Nutri-Score einführen zu wollen. Die Kennzeichnung mit Ampel-Farben soll Verbrauchern dabei helfen, schneller gesunde Produkte zu finden. Verpflichtend ist die Auszeichnung jedoch nicht.

Verbraucherbefragung gab den Ausschlag

Das Nutri-Score System hat sich in Frankreich bereits bewährt. Das Bundesernährungsministerium ließ sich mit der Entscheidung für die Lebensmittel-Ampel jedoch Zeit. Die Lebensmittelwirtschaft entwickelte derweil ein eigenes System als Konkurrenzvorschlag. Den Ausschlag für das „Ja“ zum Nutri-Score gab schließlich eine Verbraucherumfrage. 57 Prozent der Befragten entschieden sich für eine Nutri-Score Kennzeichnung in Ampelfarben. Das Modell der Lebensmittelwirtschaft fand nur bei fünf Prozent der Befragten Anklang.

So sieht die Nutri-Score Kennzeichnung aus

Die Nutri-Score Ampel besteht aus fünf Kästchen in den Farben Dunkelgrün bis Dunkelrot. Außerdem tragen die Kästchen Buchstaben von A bis E. Das zutreffende Kästchen wird jeweils besonders hervorgehoben. Grün und die Buchstaben A und B stehen dabei für Lebensmittel mit einer ausgewogenen Nährstoffzusammensetzung, Gelb und der Buchstabe C für mittelmäßig ausgewogene Lebensmittel, Orange und Rot sowie die Buchstaben D und E weisen auf eine ungünstige Nährstoffzusammensetzung hin. Diese Lebensmittel sind zwar nicht zwangsläufig ungesund, enthalten aber zum Beispiel viel Zucker oder viel Fett und sollten seltener auf dem Speiseplan stehen.

Kritik am Nutri-Score

Für die Hersteller besteht jedoch keine Pflicht, den Nutri-Score auf den Lebensmittelverpackungen abzudrucken. Sie können sich freiwillig dafür entscheiden. Die Lebensmittel-Ampel allein führt auch noch nicht zu einer gesunden Ernährung. Ernährungswissenschaftler kritisieren, dass die Kennzeichnung die Komplexität einer gesunden Lebensweise auf einzelne Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe wie Zucker, Fett und Salz reduziert. So ist zum Beispiel noch offen, wie eigentlich gesunde, aber fettreiche Lebensmittel wie Nüsse oder Öle gekennzeichnet werden.
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