Im Hotel Mama ist es doch am schönsten?

Immer mehr junge Menschen bleiben länger zuhause wohnen

Junge Frau wohnt bei ihren Eltern
Foto: © pictworks

Einen eigenen Haushalt führen? Von dieser Idee sind nicht alle jungen Erwachsenen begeistert. Ein Blick auf die aktuellen Demografietrends zeigt: Sechs von zehn Menschen zwischen 18 und 24 Jahren leben noch bei ihren Eltern.

Viele Nesthocker gibt es vor allem auf dem Land

Vor allem in ländlichen Gebieten hält es junge Erwachsene im alten Zuhause: In Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern lebten 2015 noch 78 Prozent der jungen Menschen im elterlichen Haushalt. In Großstädten ab 500.000 Einwohnern waren es nur 45 Prozent.

Vor allem in Bayern bleiben viele junge Menschen nach der Schule im Hotel Mama wohnen. Sogar ein Viertel der 25- bis 29-jährigen lebt hier noch bei den Eltern. Nur Thüringen weist einen ähnlich hohen Wert an Nesthockern auf.

Mehr junge Männer als junge Frauen bleiben daheim

Im Bundesdurchschnitt bleiben rund 62 Prozent der jungen Erwachsenen zuhause wohnen – ein Wert, der in den letzten zehn Jahren konstant geblieben ist. Es gibt aber auch Entwicklungen. So sind es vor allem junge Männer, die im elterlichen Heim wohnen bleiben. Der Anteil männlicher Nesthocker ist fast doppelt so hoch wie der Anteil weiblicher. Woran liegt das? Demografieforscher glauben, dass ein Auszug für junge Frauen vor allem mehr Freiheit mit sich bringt. Noch immer müssten sie zuhause mehr Aufgaben im Haushalt übernehmen als junge Männer. Zudem würden junge Frauen stärker kontrolliert. (Welche Aufgaben können Kinder im Haushalt übernehmen?)

Neben reiner Bequemlichkeit sind es aber auch finanzielle Gründe, die junge Erwachsene an den elterlichen Haushalt bindet. Wer ein Studium absolviert oder eine Ausbildung macht, eventuell noch hohe Fahrtkosten zahlen muss, der ist froh, wenn er sich die Miete sparen kann. (Haushalt und Geld im Überblick behalten)

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