Der Goldene Windbeutel 2018 geht an Coca-Cola

Zeitung auf einem Tisch
Foto: © Zerbor

Jedes Jahr vergeben die Verbraucherschützer von foodwatch den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge. Auch in diesem Jahr konnten die Verbraucher bis Anfang Dezember abstimmen und Produkte wählen, deren Marketing wenig mit der Realität zu tun hat. Fast 70.000 Menschen machten mit. Eindeutiger Gewinner: das „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola.

Das Smartwater ist die dreisteste Werbelüge des Jahres

Ein „dampfdestilliertes natürliches Mineralwasser“ soll das Smartwater sein, klar und frisch im Geschmack, „von Wolken inspiriert“. Was steckt hinter diesen vollmundigen Werbeversprechen? Nicht viel mehr als ein gewöhnliches Mineralwasser. Der Herstellungsprozess ist zugegebenermaßen aufwendig: Zunächst wird das Wasser verdampft, dann aufgefangen und wieder verflüssigt. Beim Verdampfen gehen Mineralstoffe verloren, die werden später künstlich wieder hinzugesetzt. Welchen Vorteil das für den Konsumenten haben soll, ist aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht zu erkennen. Coca-Cola lässt sich das Smartwasser aber gut bezahlen: 1,65 Euro kostet der Liter, bis zu sieben Mal mehr als herkömmliches Mineralwasser.

Rund ein Drittel (30,5 Prozent) der abstimmenden Verbraucher wählte das Smartwater zur dreistesten Werbelüge 2018. Vertreter von foodwatch reisten zum Firmensitz von Coca-Cola in Berlin, um den „Goldenen Windbeutel“ zu übergeben. Ein Sprecher des Konzerns wies die Kritik am Smartwater als ungerechtfertigt zurück. Der Geschmack komme bei den Kunden sehr gut an. Annehmen wollte den „Goldenen Windbeutel“ niemand.

Ebenfalls für den „Goldenen Windbeutel 2018“ nominiert waren:

  • Heinz Kids Ketchup (21,8 Prozent der Stimmen)
  • Schwartau Corny Milch (15,6 Prozent der Stimmen)
  • Dennree Bratöl Olive (13,5 Prozent der Stimmen)
  • Edeka Gut & Günstig Erbsen-Eintopf (12,3 Prozent der Stimmen)

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