EU-Plastikverbot: Welche Produkte es in Zukunft nicht mehr geben soll

Weniger Plastikprodukte ab 2021?

Zeitung auf einem Tisch
Foto: © Zerbor

In dieser Woche hat das Europaparlament grünes Licht für ein lang geplantes Vorhaben gegeben: Ab 2021 sollen zahlreiche Einwegprodukte aus Plastik aus den Regalen verschwinden. Mit dem Plastiverbot möchte die EU einen Beitrag dazu leisten, die weltweite Produktion von Plastikmüll zu reduzieren. Formell müssen die Landesregierungen noch zustimmen, das gilt aber als so gut wie sicher.

Welche Plastikprodukte soll es nicht mehr geben?

Das Verbot betrifft Plastikprodukte, die nur einmal benutzt werden und danach im Müll landen:

  • Kunststoff-Strohhalme
  • Wattestäbchen aus Kunststoff
  • Kunststoffbesteck
  • Ballonstifte aus Plastik
  • Kunststoffplatten
  • Becher aus expandiertem Polysterol
  • oxodegradierbare Kunststoffe und Lebensmittelbehälter

Laut EU-Angaben machen diese Plastikartikel etwa 70 Prozent des in den Meeren schwimmenden Plastikmülls aus. Zudem gebe es für alle Produkte bereits leicht erhältliche und erschwingliche Alternativen, zum Beispiel aus Bambus, Papier oder Holz.

Gehen die EU-Vorgaben weit genug?

Die neue Verordnung sieht außerdem vor, dass sich die Hersteller an den Kosten für die Sammlung und Verwertung ihrer Produkte beteiligen. Produkte mit negativer Umweltauswirkung sollen darüber hinaus entsprechend gekennzeichnet werden.

Die EU-Verordnung erntet viel Lob, es gibt jedoch auch Kritik. Vielen ist sie nicht konsequent genug, Umweltschützer fordern etwa einen kompletten Verzicht auf Einwegprodukte. Der soll unter anderem über Steuern auf Plastik, Abgaben auf Einwegflaschen und verbindliche Ziele zur Müllvermeidung erreicht werden. Verbände behinderter Menschen machen derweil darauf aufmerksam, dass es für Produkte wie Plastikstrohhalme noch keine Alternative gibt, die sich wirklich von allen Menschen ohne Probleme nutzen lässt.
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