Aldi und Lidl: Discounter gegen Plastikmüll

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Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen: In der Obst- und Gemüsetheke der Discounter sind viele Lebensmittel in Plastik verpackt. Oft sind es ausgerechnet Bio-Waren, die in der Plastikfolie angeboten werden.

Pflicht zur eindeutigen Kennzeichnung

Was widersprüchlich erscheint, hat einen Grund: Der Lebensmittelhandel muss eine klare Unterscheidbarkeit zwischen Bio-Produkten und Produkten aus konventioneller Landwirtschaft herstellen. Dazu dient unter anderem die Angabe der Öko-Kontrollstelle. Bei einigen Lebensmitteln, wie Avocados, ließe sich diese per Lasermarkierung auf der Schale aufbringen. Bei Gemüse wie Salatgurken oder Tomaten funktioniert das nicht. Aufkleber lassen sich auch nicht einfach auf die Schale kleben, wenn diese mitgegessen werden soll. Stattdessen werden diese Waren in Plastik verpackt und erhalten einen Sticker mit der Öko-Kontrollstellennummer.

Discounter suchen nach Alternativen zu Plastik

Aldi und Lidl wollen jetzt weg von der Plastikverpackung und ihr Angebot an losem Obst und Gemüse ausweiten. Das ist dringend notwendig: Durchschnittlich 37,4 Kilo Plastikmüll produziert jeder Deutsche pro Jahr. Deutschland steht damit auf Platz 3 der Plastikmüllproduzenten in Europa, nur übertroffen von Irland und Estland.

Statt Plastik sollen alternative Verpackungsformen zum Einsatz kommen. Aldi Süd möchte zum Beispiel Graspapier und Zuckerrohrschalen testen, um Bio-Tomaten zu verpacken. Bei dafür geeigneten Lebensmitteln soll auch der Einsatz der Lasermarkierung ausgeweitet werden. Ob die Discounter dann konsequenterweise auch auf die dünnen Plastiktüten an der Obst- und Gemüsetheke verzichten, ist noch nicht klar.

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Foto: © Kwangmoo