Alarmsysteme im Test der Stiftung Warentest: Wenig überzeugend

Alarmanlagen zum Selbsteinbau im Test

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Rund 151.000 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei im vergangenen Jahr. Vor allem in der dunklen Jahreszeit sind die Diebe unterwegs – und zwar keineswegs in den Abendstunden, sondern vorrangig am späten Nachmittag, wenn die Bewohner noch arbeiten oder ihre Einkäufe erledigen. Moderne Alarmanlagen zum Selbsteinbau sollen Einbrecher abschrecken und die Bewohner über einen Einbruchsversuch informieren. Wie gut die Anlagen dies beherrschen, hat jetzt Stiftung Warentest überprüft.

Selbst die beste Alarmanlage zum Selbsteinbau ist nur „befriedigend“

Alarmsysteme bestehen aus verschiedenen Elementen wie Kameras, Bewegungsmelder, Tür- und Fenstersensoren sowie der eigentlichen Alarmanlage. Die Tester haben vier solche Systeme für private Haushalte unter die Lupe genommen. Das günstigste Gerät gibt es für 417 Euro, das teuerste Alarmsystem ist für 1.244 Euro zu haben. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Selbst die beste Alarmanlage im Test erreicht nur das Urteil „Befriedigend“. Für eine gibt es die Note „Ausreichend“, die beiden weiteren Alarmsysteme erhalten nur ein „Mangelhaft“.

Die beste Anlage im Test ist die Abus Smartvest. Die Alarmanlage lässt sich auch von Laien einfach installieren und in Betrieb nehmen. Sie erkennt Einbruchsversuche recht zuverlässig und lässt einen lauten Alarm zur Abschreckung erklingen. Alternativ oder zusätzlich kann sie einen stillen Alarm auslösen und dem Besitzer eine Push-Nachricht, SMS oder E-Mail aufs Handy schicken.

Den zweiten Platz erreicht die Somfy Home Alarm, mit „Mangelhaft“ schneiden die Alarmsysteme von Lupus-Electronics und Olympia ab.

Risiken: Datenklau und ungenügend gesicherte Steuerungszentrale

Eines der größten Probleme aller getesteten Anlagen ist die Gefahr des Datenklaus. Fangen Hacker die Log-in Daten ab, können sie auf alle Kameras im Haus und auf die Anlage selbst zugreifen. Für Einbrecher ist es nun ein Leichtes, auszukundschaften, wann jemand zu Hause ist und wann nicht. Statt mehr Sicherheit zu gewährleisten, macht die Alarmanlage das Leben dann unsicherer. Setzt die Alarmanlage auf eine veraltete Verschlüsselungstechnik, haben Hacker leichtes Spiel.

Eine weitere Sicherheitslücke stellt die Steuerungszentrale dar, die alle einzelnen Bestandteile eines Alarmsystems bündelt. Wer hier die Batterie entfernt, löst meist gar keinen Alarm aus und legt die komplette Anlage lahm. Um dem vorzubeugen, sollte die Zentrale möglichst gut versteckt angebracht und mit einem Bewegungsmelder gesichert werden.

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Foto: © Zerbor