Abstimmen für den Goldenen Windbeutel 2019

Nominierungen für den Goldenen Windbeutel 2019

Zeitung mit Verbrauchertipps
Foto: © Zerbor

Die Verbraucherorganisation foodwatch sucht wieder den Goldenen Windbeutel des Jahres. Mit diesem Preis werden Unternehmen und Produkte ausgezeichnet, die allzu schöne Werbeversprechen machen und damit Verbraucher in die Irre führen. Seit September konnten Verbraucher auf der Webseite schummelmelder.de ihre Vorschläge einreichen. Jetzt stehen die fünf Nomminierten für den Goldenen Windbeutel 2019 fest.

Mal ist es eine neue Verpackung mit weniger Inhalt, die zu einem teureren Preis verkauft wird als zuvor, mal enthält ein angeblich gesundes „Fitness-Produkt“ überdurchschnittlich viel Zucker: Es gibt viele Kriterien, die ein Produkt für den Goldenen Windbeutel 2019 qualifizieren. Aus diesen fünf Kandidaten können Sie bis zum 1. Dezember 2019 das dreisteste Werbeversprechen wählen:

Hipp: Direktsaft Karotte Bio
Die neue Flasche enthält nur noch 330 ml Karottensaft für Kinder statt wie bisher 500 ml. Der Preis stieg gleichzeitig um satte 95 Prozent. Kostete die alte, größere Flasche noch 1,05 Euro, ist die neue Flasche bei dm für 1,35 Euro zu haben.

Rewe Beste Wahl: Wasabi Erdnüsse
Die Wasabi Erdnüsse von Rewe Beste Wahl versprechen scharfen Genuss. Tatsächlich stecken jedoch nur 0,003 Prozent Wasabi in dem Produkt. Das verrät allerdings erst das Kleingedruckte auf der Rückseite. Die Schärfe stammt von einem „Aroma Typ Senf“, die Wasabi-typische grüne Farbe von den Farbstoffen „Kupferkomplexe der Chlorophylle und Chlorophylline“.

Schwartau: Corny Protein Lower Carb
Viel Protein, wenig Kohlenhydrate – das klingt nach einer gesunden Zwischenmahlzeit für fitnessbewusste Menschen. Auch die hellblaube Verpackung des Müsliriegels erweckt den Anschein von Leichtigkeit. Schwartau verspricht: „Dieser Corny ist ab einem Verzehr von zwei Riegeln pro Tag eine Proteinquelle.“ Außerdem soll der Riegel im Durchschnitt 40 Prozent weniger Kohlenhydrate enthalten als vergleichbare Müsliriegel. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste zeigt jedoch: Der vermeintlich gesunde Riegel besteht zu 24 Prozent aus Zucker und zu 13 Prozent aus Fett. Der Kohlenhydratanteil liegt immer noch bei 40 Prozent.

Yakult: Yakult Original
Mit konkreten gesundheitsbezogenen Aussagen darf der Hersteller Yakult seinen Drink nicht bewerben, diese sind gemäß EU-Health-Claims-Verordnung unzulässig. Blumige Umschreibungen erwecken dennoch den Anschein, dass es sich um ein gesundheitsförderndes Produkt handelt. „Lebende Shirota Milchsäurebakterien“ sollen sich positiv auf die Darmflora auswirken. An wissenschaftlichen Nachweisen fehlt es laut foodwatch jedoch. Dafür ist der Drink teuer und kostet ganze 8,40 Euro pro Liter.

Zwergenwiese: Kinder-Tomatensauce Bio
Die Verpackung der Zwergenwiese Kinder-Tomatensauce Bio verspricht rote, fruchtige Tomaten. Das süße Aroma wird allerdings von 11 Prozent Zucker unterstützt. Pro Portion entspricht das 6,5 Zuckerwürfeln. Die Zwergenwiese-Tomatensauce „Traditionale“ enthält dagegen nur 4,6 Prozent Zucker – der Zuckergehalt ist damit um 140 Prozent geringer als im Kinderprodukt.

Hier geht es zur Abstimmung.

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