2020: Was sich dieses Jahr für Verbraucher ändert

Änderungen im Jahr 2020

Zeitung mit Verbrauchertipps
Foto: © Zerbor

Jedes neue Jahr geht auch mit einigen Veränderungen für Verbraucher einher. Nicht anders verhält es sich im Jahr 2020. In unserem Haushaltsblog möchten wir Sie kurz informieren:
Neu ist zum Beispiel die Bonpflicht, die Mehrwertsteuer auf Bahntickets wird gesenkt, der Steuer-Grundfreibetrag steigt, allerdings auch der Strompreis. Hier gibt es einen Überblick über wichtige Änderungen im neuen Jahr.

Seit dem 1. Januar gilt die Bonpflicht

Mit dem 01.01.2020 ist in Deutschland die Bonpflicht in Kraft getreten. Das bedeutet: Alle Einzelhändler mit elektronischen Kassensystemen sind dazu verpflichtet, Kassenbons auszudrucken – vom großen Supermarkt bis zum kleinen Bäcker um die Ecke und unabhängig davon, ob der Kunde die Bons mitnimmt oder nicht. Das soll Steuerbetrug vorbeugen, führt allerdings zu Unmengen von Müll.

Der Mindestlohn steigt
Der gesetzliche Mindestlohn für Arbeitnehmer ist zum 01.01.2020 von 9,19 Euro auf 9,35 Euro gestiegen. Auszubildende erhalten ab diesem Jahr eine Mindestvergütung von 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr. Geplant ist weiterhin eine Erhöhung des Mindestlohns in Pflege- und Gesundheitsberufen, um diese attraktiver zu machen.

Mehr Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe
Neben dem Mindestlohn wurde auch die Grundsicherung angepasst. Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe bezieht, erhält ab diesem Jahr 1,88 Prozent mehr im Monat. Das entspricht etwa fünf bis acht Euro.

Kindesunterhalt steigt
Auch der Kindesunterhalt steigt in diesem Jahr. Für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr fallen 369 Euro im Monat an, statt zuvor 354 Euro. Vom sechsten bis zum elften Lebensjahr erhalten Kinder 424 Euro Unterhalt im Monat, Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 bekommen einen Mindestunterhalt von 497 Euro.

Geringerer Unterhalt für Eltern
Nicht nur Eltern müssen Unterhalt für minderjährige Kinder zahlen, volljährige Kinder müssen auch für ihre Eltern aufkommen, wenn diese in Pflegeheimen untergebracht sind und Sozialhilfe beziehen. Ab diesem Jahr trifft das allerdings nur noch zu, wenn das Bruttojahreseinkommen der Kinder 100.000 Euro übersteigt. Die Sozialbehörden berücksichtigen zudem eine „zumutbare Unterhaltslast“ und verrechnen bestimmte Ausgaben mit dem Bruttojahreseinkommen.

Weitere Änderungen für Familien
Im Jahr 2020 steigt der Kinderzuschlag auf 185 Euro im Monat und die Höchst-Einkommensgrenze entfällt. Erziehungsberechtigte, die den Kinderzuschlag erhalten, werden von den Kita-Gebühren befreit. Mittagessen und Schülerfahrkarten sollen kostenlos erhältlich sein. Das Schulstarterpaket für die Erstausstattung mit Schulbedarf wird auf 150 Euro erhöht. Der BAföG-Höchstbetrag steigt von 735 Euro auf 861 Euro im Monat. Lesen Sie auch: Wer bekommt Elterngeld?

Neue Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung
Die Beitragsbemessungsgrenze legt die Höhe des Einkommens fest, bis zu der Arbeitnehmer in die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung einzahlen müssen. In der Kranken- und Pflegeversicherung steigt sie von 4.537,50 Euro auf 4.687,50 Euro. In die private Krankenversicherung kann wechseln, wer mindestens 5.212,50 Euro im Monat verdient.

Apps auf Rezept
Anfang 2020 tritt das Digitale-Versorgungs-Gesetz in Kraft. Das besagt unter anderem, dass sich Patienten Gesundheits-Apps von ihrem Arzt verschreiben lassen können. Auch der Zugang zu telemedizinischen Angeboten wie Videosprechstunden soll erleichtert werden.

Steuern: Höherer Grundfreibetrag und neue Formulare
Der Grundfreibetrag ist die Summe, bis zu der das Einkommen steuerfrei bleibt. In 2020 steigt der Grundfreibetrag auf 9.408 Euro, 20 Euro mehr als 2019. Zudem sinken die Steuersätze. Für die Einkommenssteuererklärung werden 2020 erstmals neue Formulare verwendet. Der Hauptvordruck umfasst nun nur noch zwei statt vier Seiten, Sonderausgaben werden in eine eigene Anlage eingetragen. Alle Daten, die dem Finanzamt bereits elektronisch übermittelt wurden, müssen nicht mehr eingetragen werden.

Mehr Wohngeld für Mieter mit geringem Einkommen
Das Wohngeld für Mieter mit geringem Einkommen steigt ab 2020 im Durchschnitt um 30 Prozent. In Zukunft soll das Wohngeld alle zwei Jahre automatisch an die Mietentwicklung und die Inflationsrate angepasst werden.

Geringere Mehrwertsteuer auf Bahntickets
Mehr Menschen sollen 2020 den öffentlichen Nah- und Fernverkehr nutzen. Aus diesem Grund hat der Bund die Mehrwertsteuer auf Bahnfahrten im Fernverkehr von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Bahntickets werden dementsprechend günstiger. Außerdem verzichtet die Deutsche Bahn darauf, die Preise im Fernverkehr zu erhöhen.

Das wird 2020 teurer
2020 wird auch wieder einiges teurer, unter anderem der Strompreis und der Versand von DHL-Paketen.

  • Der Strompreis steigt, da sich die Netzentgelte und die Umlage gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erhöhen. Bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kW/h bedeutet das Mehrkosten von etwa 9 Euro im Jahr. Verbraucher haben ein Sonderkündigungsrecht.
  • Zum 1. April 2020 sollen die Steuern auf Flugtickets steigen. Damit könnten die Tickets selbst ebenfalls teurer werden. Die Luftverkehrssteuer für Inlandsflüge soll ab April 13,03 Euro pro Ticket betragen, für Flüge bis 6.000 Kilometer 33,01 Euro, für längere Flüge 59,43 Euro.
  • Der Versand von Päckchen und Paketen mit DHL kostet nun mehr, im Schnitt werden sie um 3 Prozent teurer. Ein Paket bis zur Größe von 10 kg schlägt jetzt mit 10,49 Euro zu Buche. Im Onlineversand fallen 9,49 Euro an. Lediglich der Preis für das Päckchen S bleibt bei 3,79 Euro.
  • Auch Lotto-Spielen wird teurer: Der Preis für ein Tippfeld steigt von 1,00 Euro auf 1,20 Euro.
  • Der Beitrag für eine ADAC-Mitgliedschaft steigt von 49 auf 54 Euro im Jahr, die Plus-Mitgliedschaft kostet jetzt 94 Euro statt 84 Euro.

Um den Überblick über die Finanzen zu behalten lohnt es sich ein Haushaltsbuch zu führen.