Flugrost in der Spülmaschine beseitigen

Besteck im Geschirrspüler
Flugrost setzt sich in der Spülmaschine meist auf
dem Besteck fest - Foto: © Yaroslav Pavlov

Viele kennen das Problem: Edelstahlbesteck kommt mit Rostflecken aus dem Korb der Spülmaschine. Dabei stand doch eindeutig auf der Packung des Bestecks, es sei rostfrei. Wundern Sie sich nicht, dies hat eine andere einfache Ursache. Ihr Besteck rostet meist gar nicht selbst, sondern an ihm haftet nur der Rost anderer korrodierter Metallteile.

Flugrost - dem Phänomen auf der Spur

Rost entsteht, wenn Stahl oder Eisen parallel mit Wasser und Sauerstoff in Kontakt kommen. Die Spülmaschine bildet da keine Ausnahme. Landet also ein entsprechendes Metall in der Maschine, bildet sich Rost, der beim kommenden Spülgang über das Wasser abgelöst wird und an anderem Metall haften bleibt. Diese Metalle können zum Beispiel Schrauben an Pfannen sein, angeschlagene Emailliertöpfe oder ein alter Kartoffelschäler.

Rostfrei und rostarm

Bildet ein Metall an der feuchten Luft keinen Rost, gilt es als rostfrei. Deshalb ist es jedoch nicht chemisch stabil. Nur in hochlegierten Edelstahlteilen ist die Oberfläche mit einer Chromoxidbeschichtung versehen. Sie übersteht normale Spülgänge sehr gut. Selbst bei Beschädigungen schließt sich diese Schutzschicht an der Luft wieder. In Ihre Spülmaschine sollten Sie daher nur 18/10 oder 18/8 Edelstahl geben.

Lochfraß und Flugrost

Wird der Flugrost nicht zeitnah nach seiner Entstehung entfernt, so kann sich nach und nach die sogenannte Lochkorrosion, auch Lochfraß genannt, bilden. Lochfraß schädigt das Metall unwiederbringlich und tritt in Form von kleinen schwarzen Punkten auf. Wurde die Schutzschicht des Edelstahlteils verletzt, so können Chloride in die Tiefe eindringen, etwa durch Speisesalz oder dem Chloridgehalt des Wassers. Säuren verstärken den Schädigungsprozess. Sie sind in vielen Speisen enthalten.

Rostflecken von Besteck entfernen

Entdecken Sie Flugrost auf Ihrem Besteck oder anderen Edelstahlteilen, so müssen Sie diese sofort entfernen, um Lochfraß und eine weitere Verbreitung zu verhindern. Dafür verwenden Sie am besten eine Edelstahlpflege mit Poliertonen, Schlämmkreide oder einen weißen Polierstein aus dem Drogeriemarkt. Auch Scheuermilch führt zum Erfolg. Vorsicht: Greifen Sie beim Rostentfernen zu einem weichen Lappen oder einem Schaumstoffschwamm. Putzschwämme, selbst die Varianten für Edelstahltöpfe, beschleunigen den Korrosionsprozess, anstatt ihn zu verringern. Als Hausmittel haben sich auch Zitronensaft oder Cola bewährt. Wird das Besteck darin eingeweicht, so lösen sich die meisten Rostteilchen von allein.

Dem Flugrost vorbeugen

Geben Sie keine rostenden Metalle in die Spülmaschine, nur rostfreies 18/10 Edelstahl. Ein Hausfrauentrick ist Alufolie. Sie funktioniert ähnlich einer Opferanode, wirkt jedoch nur unzuverlässig und muss regelmäßig ausgetauscht werden. Desweiteren sollte man Besteck nach dem Spülgang immer mit einem weichen Tuch trocken reiben. Um Flugrost vorzubeugen ist es am einfachsten, den Ursprung des Rosts aufzuspüren.

Den Rostverursacher finden

Um langfristig Ihre spülmaschinenfesten Metallteile zu schützen und auch das Edelstahlgehäuse der Spülmaschine vor Flugrost zu schonen, sollten Sie der Ursache für den Flugrost auf den Grund gehen. Prüfen Sie alle metallischen Geschirrteile auf Beschädigungen und verzichten Sie darauf, Omas gute alte Knoblauchpresse oder die rostige Backform in die Spülmaschine zu geben. Der Hauptgrund für Flugrost liegt in defekten Spülkörben. Kommen spitze Gegenstände oder Messer in den Spülkorb, der aus Metall und einer Plastikummantelung besteht, so kann letztere beschädigt werden und das Metall rosten. Haben Sie eine entsprechende Stelle gefunden, so sollten Sie sie vorerst mit Silikon oder Isolierband notdürftig kaschieren. Langfristig brauchen Sie neue Körbe. Auch ein zu hoher Eisengehalt im Wasser kann als Ursache für Flugrost dienen.

Wer ernsthafte Schäden an seinem Edelstahlbesteck und dem Innenraum seiner Spülmaschine verhindern will, sollte den Flugrost ernst nehmen und ihm auf den Zahn fühlen. Ab und zu ist es sinnvoll, vor allem Liebhaberstücke die in die Jahre gekommen sind und deren Geschichte man an ihrem Erscheinungsbild schon erkennen kann, von Hand zu spülen. Text: C. D. / Stand: 21.02.2017