Lebensmittel einfrieren

Tiefgefrorenes Obst und Gemüse
Lebensmittel durch Einfrieren haltbar machen
Foto: © Leonid Shcheglov

Haben Sie gerade nichts zu essen im Kühlschrank? Dann schauen Sie doch mal in Ihre Tiefkühltruhe. Wahrscheinlich schlummern dort noch leckere Speisen, an die Sie gar nicht gedacht haben.

Lebensmittel lassen sich durch das Einfrieren deutlich länger haltbar machen. Reste von gekochtem Essen werden für später eingefroren statt entsorgt. Überdies können verderbliche Lebensmittel, wie Früchte aus dem Garten oder im Sonderangebot gekaufte große Mengen Fleisch oder Gemüse, dank des Frostens ein echtes Einsparpotential bilden. Sogar die Kräuter aus dem Garten finden im Winter eine kleine Ecke im Tiefkühlschrank.

Fast alle Lebensmittel sind für das Einfrieren geeignet

Ob Gemüse oder Obst, Fleisch oder Fisch - nahezu jedes Lebensmittel kann tiefgekühlt werden. Doch Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Obwohl sie keinesfalls schädlich oder giftig sind, verlieren manche Nahrungsmittel an Qualität. So schmecken Kartoffeln, Nudeln und Reis wegen der enthaltenen Stärke nur noch bedingt nach dem Auftauen. Gurken und Blattsalate eignen sich aufgrund des hohen Wasseranteils nicht als Gefriergut und auch Eier dürfen lediglich getrennt als Eigelb und Eiweiß im Tiefkühler verwahrt werden, da sie sonst platzen würden. Während Jogurt ausflockt und Pudding sich verflüssigt, kann Hartkäse hingegen sehr gut bei Minusgraden konserviert werden.

Die Haltbarkeit von Gefriergut variiert

Während ein Nahrungsmittel in der Tiefkühltruhe gefriert, verlangsamen sich die Zersetzungsprozesse und seine Haltbarkeit wird verlängert. Nicht alle Lebensmittel sind gleich lang im Tiefkühlschrank lagerfähig. Fleisch und Fisch verderben je nach Sorte innerhalb von vier Wochen bis sechs Monaten, Gemüse kann bis zu einem dreiviertel Jahr konserviert werden und manche Obstsorten halten sich sogar ein ganzes Jahr bis zur nächsten Saison. Bei fertig gekauften Tiefkühlprodukten, die zu Hause weiterhin eingefroren bleiben, gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung Aufschluss über die mögliche Lagerzeit.

Nur geeignete Verpackungen für das Einfrosten verwenden

Eben schnell eine alte Margarinedose oder einen leeren Jogurtbecher als Gefrierdose zu verwenden, führt zu brüchigem Material und damit zu bösen Überraschungen, wie etwa Gefrierbrand. Vielmehr sollten Sie zu speziellen Gefrierbeuteln mit Clipverschluss oder Gefrierdosen greifen. Sie schließen luftdicht und bleiben auch bei Minusgraden elastisch. Achten Sie darauf, immer die Luft so gut es Ihnen möglich ist, aus der Verpackung zu streichen. Sie begünstigt ebenfalls Gefrierbrand und damit den Verlust des Lebensmittels.

Vorbereitung und Einfrieren der Lebensmittel

Um den Vitamin- und Mineralstoffgehalt der einzufrierenden Lebensmittel so hoch wie möglich zu halten, sollten Sie einige Tipps beachten. Zunächst entscheiden Sie am besten zeitnah nach dem Einkauf, welche Nahrungsmittel in der Tiefkühltruhe ihren Platz finden sollen. Je länger sie im Kühlschrank vor dem Tiefkühlen verwahrt werden, desto geringer ist ihre Qualität. Frieren Sie nach Möglichkeit immer kleine einzelne Portionen ein. Dies verringert die Auftauzeit und sie können flexibel auf das Gefriergut zugreifen.

Vor dem Frosten wird Gemüse geputzt und gewaschen sowie leicht getrocknet. Um die Enzymaktivität zu minimieren, empfiehlt es sich, das Gemüse vor dem Einfrieren zu blanchieren. Dafür wird es für ein bis zwei Minuten in kochendes Wasser gegeben und anschließend sofort unter kaltem Wasser der Kochprozess unterbrochen. Dies erhält die Farbe und minimiert die Bakterien.

Fleisch und Fisch werden ausschließlich frisch verarbeitet, aus ihrer Verpackung genommen und in spezielle Gefrierbehälter gegeben. Die beste Variante, Fleisch und Fisch zu frosten, ist im vakuumierten Zustand. Viele Läden bieten den Service des Vakuumierens für ihre Kunden bereits an.
Mehr über das Vakuumieren

Frisches Saisonobst unterdessen wird ebenfalls gewaschen, geschnitten oder entkernt und portionsweise verpackt. Viele Obstsorten, die besonders viel Wasser enthalten, werden durch das Einfrieren matschig, so etwa Erdbeeren. Für diese Sorten ist das Einkochen die bessere Lösung, um sie haltbar zu machen.

Reste von selbst gekochtem Essen brauchen dank des Einfrierens nicht weggeworfen werden. Rouladen und Rotkraut samt Sauce können getrost in die Tiefkühltruhe wandern. Allerdings sollte dies schnellstmöglich nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur geschehen. Das separate Verpacken der Reste erleichtert das spätere Auftauen.

Küchenkräuter aus dem eigenen Garten auch im Winter zu genießen, ist dank des Einfrostens kein Problem. Gewaschen und getrocknet werden sie klein geschnitten und entweder in Eiswürfelbehältern, kleinen Gefrierdosen oder einem Gefrierbeutel verpackt und tiefgekühlt.

Immer Tiefkühletiketten verwenden

Nichts ist unangenehmer, als in der Tiefkühltruhe Beutel und Dosen zu finden, deren Inhalt bis zum Auftauen wohl ein Geheimnis bleibt. Das Beschriften und Etikettieren des Gefriergutes ist sehr wichtig. Auf Klebeetiketten werden das Einfrierdatum bzw. das Mindesthaltbarkeitsdatum sowie der Inhalt notiert. Mit Kugelschreiber beschriftete Gefrierbeutel können durch die scharfe Spitze des Stiftes beschädigt werden und nicht mehr luftdicht schließen.

Das Einfrieren im 3*-Gefrierfach ist eine altbewährte Methode der Konservierung von Lebensmitteln. Wird es korrekt ausgeführt, so entlastet es das Haushaltsbudget.

Eingefrorene Lebensmittel auftauen

Wie taut man nun die eingefrorenen Lebensmittel wieder auf? Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Wer es eilig hat, kann dazu die Auftaufunktion der Mikrowelle nutzen. Ansonsten kann man die Lebensmittel bei Zimmertemperatur oder im Kühlschrank auftauen lassen. Hierzu entfernt man bei gekauften Produkten die Verpackung bzw. gibt selbsteingefrorene Lebensmittel aus dem Gefrierbeutel in ein Plastikgefäß mit Deckel. Man sollte darauf achten, dass das Auftauwasser abfließen kann bzw. dieses gelegentlich abgießen. Ganz wichtig: Eingefrorene Lebensmittel nach dem Auftauen nicht nochmal einfrieren. Frieren Sie also lieber kleinere Portionen als zu große Portionen ein!
Text: C. D. / K. F. / Stand: 21.02.2017